
Nach einer Woche Faulenzen bei schönstem Wetter treffen nun doch ein paar andere Fahrzeuge am Fort ein, um dort zu übernachten. Es sind 3 um genau zu sein. Auch nicht gerade rasend viel aber genug, um nun aufzubrechen und woanders die Einsamkeit zu suchen. Nun allerdings in Begleitung von Brigitte und Jürgen in ihrem Florian 1 (ebenfalls ein Mercedes 1222) mit ihren beiden Hunden Fanny und Max.
Wir verlassen also das alte Fort und den schönen Stellplatz um nach Guelmim zu fahren und dort Wasser und Vorräte zu besorgen
Auf Wiedersehen beim Fort Bou Jerif. Irgendwann…
Der Regen hat der Halbwüste hier jedenfalls sehr gut getan: wir kommen an Stellen vorbei, an denen das Grün spriesst wie bei uns im Frühling. Aber über weite Teile bleibt es auf den ersten Blick natürlich wüstenartig trocken
Ein letzter Blick zurück auf die Piste, die von Süden zum Fort führt und schon erreichen wir die Straße, die uns nach Guelmim bringen wird. Irgendwann brauchen wir ja dann doch mal wieder ein wenig Frischwasser
Nach ca 35 Kilometern erreichen wir das erste Tor, das den Verwaltungsbereich Guelmims markiert. Danach noch eines für die Stadtgrenze und dann noch eines für den eigentlichen “Innenstadtbereich”. Tore bauen können die Marokkaner halt und Phantasie haben sie dabei auch: kein Tor gleicht dem anderen. Meistens jedenfalls.
Auf einen Tip eines anderen Reisenden hin suchen wir eine Trinkwasserentnahmestelle auf, um frisches Wasser zu tanken. Leider sprudelt dieser “Brunnen” aber nur vormittags – danach bekommt man hier erst einmal kein Wasser mehr. Ein freundlicher, älterer Marokkaner auf einem Fahrrad spricht zwar kein Wort Französisch, macht uns aber trotzdem klar, dass er uns zeigen will, wo man hier noch eine andere Wasserstelle findet und fährt eine kurze Strecke vorweg. Er zeigt uns den Weg und verschwindet dann einfach, ohne nach Geld, Zigaretten oder sonstiger “Bezahlung” zu fragen. Entgegen aller Gerüchte gibt es durchaus auch Marokkaner, die einfach nur hilfsbereit sind, ohne eine Gegenleistung zu erwarten.
Wasserzeiten hier nur bis mittags – steht wahrscheinlich an der Mauer. Doof, wenn man´s nicht lesen kann…
Dank an den freundlichen Marokkaner, der uns diese Wasserstelle gezeigt hat, an der es wirklich gutes Wasser gibt – auch am Nachmittag noch
Nachdem beide Fahrzeuge die Wassertanks wieder gut gefüllt haben, bedanken wir uns noch bei dem Wasserverwalter und nehmen den Weg durch die Stadt zum letzten Supermarkt im Süden Marokkos, um noch ein paar Dinge zu kaufen, die wir später bei den kleinen Händlern in den Dörfern nicht mehr bekommen werden. Auch eine Erfahrung, die für den gemeinen Nordeuropäer kaum vorstellbar ist – aber man richtet sich halt drauf ein.

Die neu gebaute Zufahrtsstraße, an der auch der “Majane”-Supermarkt liegt. Gern angefahrenes Zwischenziel aller Reisenden, die im Süden des Landes unterwegs sind.
Da der letzte, ausgiebige Einkauf naturgemäß etwas länger dauert, haben wir keine Lust mehr, uns noch einen anderen Stellplatz für die Nacht zu suchen und fragen beim Sicherheitsdienst nach, ob das Übernachten auf dem (recht ruhigen) Platz vor dem Haus OK ist. Ist es. Wir stehen also in der hintersten Ecke und verstauen unsere erworbenen Schätze.

Am nächsten Morgen ist es – man glaubt es nicht – bedeckt! Wer hat das denn bestellt? Es wird auch am Mittag nicht besser und wir verlassen dei trübem Himmel die Stadt in Richtung Süden. Wir werden ca. 70 Kilometer auf der N1 unterwegs sein, bevor wir dann uns wieder eine Piste nach Westen in Richtung Meer suchen wollen. Diese Piste führt nicht nur zum Meer, sondern vor allem zu einer Ansammlung von Fischerhütten, in der wir im letzten Jahr zufällig auf Mustafa gestoßen sind. Mustafa hat uns in seiner Minihütte mit dem leckersten Fisch verköstigt, den wir seit langem gegessen haben. Grund genug, ihm noch einmal einen Besuch abzustatten.
Einige Kilometer südlich von Guelmim lockern die Wolken dann doch etwas auf uns es wird freundlicher
Das hier war einmal eine Tankstelle oder sollte es irgendwann mal werden. Hat ein bisschen was von Geisterstadt
Dafür ist das eine funktionierende Tankstelle. Gut, Sprit aus Fässern – aber besser als nichts! Auch wenn hier jeder Umweltbeauftragte im Dreieck springen würde…
So – da ist die Abbiegung auf die Piste. Die nächsten zwei Tage haben wir ein wenig Geschaukel vor uns. Macht nichts – dafür sind wir ja schließlich hier.
Wir machen kurz Halt an einem schönen Flusstal und lassen bei dieser Gelegenheit schon mal ein wenig Luft ab, damit sich´s besser fahren lässt.
Luftablassen dauert halt auch so seine Zeit…
Da Wetter hat unsere Wartezeit genutzt und uns wieder etwas grauere Wolken vobeigeschickt. Mal sehen, ob sich das Wetter hält
Der Regen der letzten Zeit hat deutliche Rinnen im lehmigen Boden hinterlassen…
…da muss man halt schon mal ein bisschen drum herum zirkeln
Aber so sehr weit kommen wir nicht mehr: von der Küste her zieht eine Regenwand auf uns zu und da wir ja wissen, wie sich lehmiger Boden verhält, wenn er nass ist, suchen wir uns eine breite, ziemlich gerade Stelle und läuten hier den Feierabend ein. Es regnet an diesem Abend immer wieder reichlich und norddeutsch-kräftig und schnell bilden sich überall kleine Bäche. Wie gut, dass wir hier ein gemütliches Plätzchen gefunden haben, von dem aus wir uns das Ganze von drinnen anschauen können.
Dass es solche grauen Regenwolken auch in der Wüste gibt sollte man kaum glauben. Aber schließlich ist ja auch hier Winter.
Bald geht die Sonne hinter den Wolkenpacketen unter und hinterlässt ein Farbspiel am Himmel, das man kaum glauben kann: Die Panorama-Aufnahme (fast 180 Grad) vom Himmel vor unserer “Haustür” ist NICHT bearbeitet oder eingefärbt. Der Übergang von staubgefüllten Regenwolken auf blaugraue Abendbewölkung lag wie aus einem Tuschekasten vor uns. Einfach Wahnsinn!
Mit diesem beeindruckenden Farbschauspiel im Gedächtnis gehen wir dann irgendwann schlafen. Vielleicht ist das Wetter ja morgen etwas freundlicher zu uns.
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FORTSETZUNG FOLGT
hi ihr lieben, da seit ihr ja wieder.schöne aufnahmen auch wenn das wetter nicht so mit spielt. aber ihr bekommt das hin. viel erfolg und besseres wetter für euch. aber hier ist es auch nicht grad gemütlich.
lg gabi