Rund um die Ostsee 2015

Bis ans „Ende der Welt“

Heute fahren wir „bis ans Ende der Welt“: DAS NORDKAP erwartet uns! 
Etwas über 200 km sind es noch bis zum nördlichsten Punkt Europas und die Strasse führt zuerst einmal weiter bergan durch eine einsame Landschaft – ausserhalb der geschlossenen Ortschaften wohnt hier so gut wie niemand mehr.

Kontraste: senkrechte Granitfelsen…

 

 …wechseln mit zarter Blütenpracht.
Alles vorhanden in diesem abwechslungsreichen Land!

 

 

Obwohl wir immer höher klettern und sich mal wieder ein paar Schneefelder zeigen, klettert das Thermometer auch mit jedem Höhenmeter nach oben statt nach unten. Hier oben haben wir mittlerweile 20° Aussentemperatur und draussen liegt noch der Schnee!

Bald erreichen wir eine karge Hochebene, die ausschließlich Sami-Gebiet ist. Hier züchten sie ihre Rentiere und lassen sie in der weiten Landschaft frei laufen. So sehen wir hier außer dem unendlich erscheinenden Asphaltband vor uns nur gelegentlich mal ein paar Sami-Häuser oder ihre Zelte und ab und zu Rentiere. Sonst nur diese faszinierende, menschenleere Natur.

Das war das einzige Bäumchen weit und breit

Langsam flacht die Hochebene wieder ab, der Schnee verschwindet und ein „Geisterwäldchen“ aus mehr oder weniger abgestorbenen Bäumen säumt den Weg

Die Straße fällt langsam aber stetig zur Küste hin ab und es wird wieder ein wenig grüner

Nach vielen Kilometern einsamer Strasse Richtung Westen erreichen wir bei Olderfjord den Abzweig zum Nordkapp. Ab hier geht es rund 130 km immer nach Norden an der arktisch wirkenden Küste entlang. Bei herrlichem, wolkenlosen Himmel begleitet uns nun auf der rechten Seite die kalte Barentsee mit ihren Kiesstränden und auf der linken Seite der schmalen Küstenstraße bewundern wir die Felsformationen, die oft wie aufeinandergeschichtete Pfannkuchen aussehen.

Und weil die Straße zwar sehr schön aber auch sehr schmal ist, machen entgegenkommende Busse das Ganze noch ein wenig spannender

Passt halt irgendwie
Unwirtlich scheint es hier und doch gibt es einzelne Häusere oder kleinere Siedlungen, die das ganze Jahr über bewohnt werden. Sicher kein Zuckerschlecken.

So ein schöner Strand und doch nichts zum Baden. Es sei denn, man ist Eisbär

Ohne die norwegische Tunnelbaukunst ginge kein Weg zum Kap

Ein einsames Haus am eisigen Strand. Nix für Weicheier.
Jaah richtig gesehen: hier stehen einzelne Häuser in der artischen Einsamkeit. Muß man mögen.

Wir fahren durch den Tunnel, der das 300m hohe Felsplateau des Nordkaps mit dem Festland verbindet. Und spätestens hier wird klar, dass der nördlichste Punkt Festland-Europas sich nicht auf dem Festland befindet, sondern eine eigene Insel ist. Ach ja: der nördlichste Punkt ist es auch nicht. Dazu später mehr. Also eigentlich nur ein Marketing-Gag. Aber ein guter.

Knapp 7 Kilometer Tunnel und drinnen 10% Steigung/Gefälle. Irgendwie haben die Norweger einen besonderen Humor…

Geschafft!

Mit Honningsvag erreichen wir die nördlichste Siedlung (nicht Stadt!) auf dem europäischen Festland. Der Ort liegt noch im schönsten Sonnenschein aber über die Berge wabern schon drohend einige Wolken. Das lässt Böses ahnen: Das Nordkap selbst liegt meistens in dichtem Nebel. Sieht so aus, als wenn es sich an diese Regel halten wollte.

Und richtig: kaum aus Honnigvag ´raus verschwindet der bisher knallblaue Himmel hinter einem dichten Vorhang. 
Noch 31 Kilometer

Die Wolkendecke ist allerdings gerade noch so hoch, dass wir knapp unter ihr durchfahren und an einigen Stellen gerade noch unter ihr durch das Meer sehen können, auf dem sich blass die Sonne spiegelt. Tolle An- und Ausblicke bieten sich uns.

 Hier wohnt er also – der Weihnachtsmann!!

Endspurt: nur noch 13 Kilometer!

 Anstieg auf 300 Meter über NN

Die Straße…

…die geradewegs…

 …in den Himmel führt…

 – könnte man denken.

Und nach 4077 vom Sternwanderer auf dieser Reise gefahreren Kilometern erreichen wir
DAS NORDKAPP

Das riesige Felsplateau empfängt uns standesgemäß mit stürmischem Wind und Nebelfetzen, die über das Land fegen. Trotzdem sieht man ab und zu die Sonne durch die Wolkendecke schimmern. Genau richtig für das „Ende der Welt“. Herrlich! Vor allem, weil wir Glück haben und es gerade recht ruhig hier oben ist: kein Touristenbus, der vor der Tür des Besucherzentrums steht und auch sonst erfreulich wenig Menschen, die sich auf dem Parkplatz zur Übernachtung eingefunden haben. 

Besucherzentrum

So ist es hier zwar kalt und windig (irgendwie hätten wir 20 Grad und Sonnenschein in diesen arktischen Gefilden auch merkwürdig gefunden), aber sonst wunderschön und wir genießen diesen besonderen Platz.

 

Beeindruckende Klippen

 

Ein paar einsame Steinmännchen blicken auf´s Eismeer

 

Brrr – ist das ungemütlich!!

 

300 Meter tiefer branden die Wellen an die Felsen
Die Sonne schimmert durch die Wolkendecke auf´s Meer

 

* * *
FORTSETZUNG FOLGT

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