Marokko 2016

Marokko 20.-27.01.2016

Wir haben uns auf unserem Stellplatz an der Lagune in Moulay Bousselham einen Tag lang von unserer letzten Restaurant-Mahlzeit erholt.
Insbesondere Maik und Lotta (!!) ging es nach der Hähnchen-Tajine (morokkanischer Eintopf) gar nicht so gut…Nun geht es wieder besser und wir fahren nach dem Erholungstag in Richtung Rabat. Auf dieser Strecke bietet sich die Landstraße für uns nicht so richtig an und so geht es zügig auf der schön leeren und gut ausgebauten Schnellstraße bzw. Autobahn durch die landwirtschaftlich gut genutzte Landschaft auf die Hauptstadt zu.

Kurz vor Rabat verlassen wir die Autobahn und fahren in Richtung Stadt, weil wir einen Blick in die Hauptstadt werfen wollen. Vielleicht finden wir ja irgendwo einen Stellplatz, um ein wenig mehr vom Regierungssitz des Königs zu sehen. So überqueren wir den breiten Bou-Regreg und finden uns schon bald in dem  mit der Marokkanischen Flagge geschmückten Rabat wieder.

 

 

Der Verkehr lässt allerdings nur eine sehr langsame Fortbewegung zu und die vielen Schilder „Einfahrt für LKW verboten“ verhindern leider, dass wir etwas mehr von der Stadt sehen

Man sollte vor dem Besuch der Stadt sein Arabisch aufpoliert oder sich einen lesbaren Stadtplan besorgt haben…

 

 

Teil der ab dem Jahr 1197 erbauten und noch vollständig erhaltenen Stadtmaiuer

 

 

Ob die moderne Architektur auch so lange durchhält?

Eingang zum Königspalast

 

 

 

Es wird langsam dunkel und der Verkehr nicht besser. Da wir keinen sinnvollen Platz für uns entdecken können, entschliessen wir uns, die Stadt in südlicher Richtugn auf der Landstasse zu verlassen. Dazu müssen wir allerdings noch unzählige der etwas irren Kreisverkehre hinter uns bringen und verschiedene Durchfahrtsverbote umschiffen. Das dauert halt…

Kreisverkehr sind in Rabat zwar meist hübsch beflaggt oder beleuchtet aber auch nicht weniger rücksichtslos zu befahren als in anderen Orten.
Nicht bremsen, sonst hat man verloren

Und als wenn Hunderte von Autos und die noch recht neue Straßenbahn die Straße nicht schon genug bevölkern würden, finden sich auch noch die obligatorischen Mofafahrer und hier – unten links im Bild – auch noch eine Frau mit einem im Rollstuhl sitzenden Jungen ein, die durch die Autoreihen schiebt, um zu betteln.
Wenn das mal gut geht….

Endlich lassen wir die Großstadt hinter uns und finden nur rund 20 Kilometer südlich von Rabat direkt am Meer den Parkplatz eines Hotels auf dem wir 50 Dirham (ca. 5 €) unbehelligt und ruhig schlafen können.

Am nächsten Tag nehmen wir uns noch ein wenig Zeit, um am Strand die Atlantikwellen zu bestaunen, die mit einiger Wucht an die vorgelagerten Felsen donnern.

Dafür, dass die Brandung mindestens 200 Meter entfernt ist, sieht man die Gischt noch ganz gut

 

Lotta wartet schon auf die Abfahrt

Auf der Weiterfahrt in Richtung Casablanca kann man an den Straßenhändlern gut erkennen, dass in der Umgebung sehr viel Obst und Gemüse angebaut wird. Vieles davon findet man auch in deutschen Supermärkten wieder aber hier am Straßenrand sieht das Angebot viel netter und bunter aus.

 

322 km wohin noch gleich? Wir sollten unser Arabisch besser einüben

Die Wohngebiete in der Nähe von Großstädten  – hier im Großraum Casablanca – sind nicht immer so schick, wie die Neubaugebiete einen glauben lassen

Auf dem Feldern noch traditionelle Trocknung der Garben

Mandarinen und Erdbeeren für die nächsten 2 Jahre!

Wir erreichen Mohammedia – einen neuen, schicken Vorort von Casablanca. Hier wollen wir noch einkaufen, bevor wir dem Campingplatz am Stadtrand aufsuchen, der auf unserer digitalen Karte verzeichnet ist.

 

Neubauten aus Glas und Beton wohin das Auge reicht

Da wir einige Dinge nur im Supermarkt bekommen, legen wir einen Einkaufsstop ein.
Das Angebot hier an verschiedenen Gewürzen ist schon ziemlich beeindruckend. Die Auswahl an einheimischen Käse- oder Wurstwaren für das morgendliche Frühstück leider gar nicht. Wir greifen bei Käse auf teure Importware zurück und versuchen unser Glück mit einer einheimischen Mortadella-Art. Lassen wir uns überraschen..

Apropos Überraschung: Nach einiger Suche finden wir die Einfahrt zu dem verzeichneten Campingsplatz. Irgendwie kommt sie uns komisch vor.

Und beim Näherkommen wissen wir auch, wieso: die Anlage muß vor langer Zeit wirklich mal schön gewesen sein: das weitläufige Gelände liegt unter Bäumen direkt am Meer. Leider wachsen die Bäume mittlerweile nicht nur neben sondern auch IN den Gebäuden.

 

 

Sogar mit Minigolfanlage. Vielleicht müsste mal mal ein wenig fegen, dann geht´s doch fast schon wieder, oder?

Na gut. Wir sind ja glücklicherweise weder auf Toiletten noch auf Duschen der Plätze angewiesen, sondern suchen die Campingplätze nur auf, um sicher un ruhig zu übernachten. Und das kann man hier auch ganz hervorragend VOR der Mauer des verlassenen Platzes. Also stellen wir uns in den Schatten einer Palme und haben alles, was wir brauchen.

Und ruhig ist es auch. Der Straßenlärm ist weit weg und die einzigen Nachbarn sind ein älteres Schweizer Ehepaar, mit dem wir uns kurz unterhalten. Sie fahren schon seit über 30 Jahren hier an diese Stelle. Zu dieser Zeit war dies ein schöner baumbestandener Platz mit direktem Zugang zum Meer, umgeben von Wiesen und Feldern… – Irgendwie haben wir leider nicht herausgefunden, wieso die beiden immer noch hier herfahren, obwohl sich der Platz mittlerweile in eine Ruinenlandschaft und die Umgebung in eine Satellitenstadt von Casablanca verwandelt hat.
Die Schweizer lassen halt keine Hektik aufkommen.

 Gelebte Eidgenössische Treue

 

 

Wenigstens gibt´s auf dem Gelände noch Kühe – vielleicht fast wie früher

Da uns Casablanca entweder mit slumartigen Häuseransammlungen, netten aber gesichtslosen Neubauten oder Plattenbau-ähnlichen Siedlungen à la Ostblock empfängt und wir auf den Großstadtverkehr auch keine rechte Lust haben, fahren wir in weitem Bogen an der größten Stadt des Landes vorbei (3,9 Mio. Einwohner sind schließlich kein Pappenstiel)

 

 

 

Blick aus der Ferne auf das riesige Minarett der König-HassanV-Moschee (Mitte). Es ist mit 200 Meter das angeblich zweithöchste der Welt. Wir verzichten trotzdem auf die Fahrt in die Stadt, da sie ansonsten lediglich eine recht moderne Bürostadt sein soll. Also für uns nicht so spannend.

 

 

Wir wundern uns langsam nichts mehr über die merkwürdigen Angaben auf diversen Verkehrsschildern, die auf maximal Durchfahrtshöhen von 4,50m oder gern auch mal 5,60m Fahrzeughöhe hinweisen. Bei DEN Ladungshöhen sind diese auch dringend notwendig.

Die überall anzutreffenden Eselkarren kommen wohl mit einer Durchfahrtshöhe von 2,00m aus. Meistens.

 

Weiter auf unserer Fahrt nach El Jadida

Atlantikblick bei El Jadida

El Jadida ist ein Urlaubsort am Atlantik mit schönen Stränden und portugiesischer Altstadt. Außerdem hat der König sie zu „Pferdehauptstadt“ ernannt, so dass man an verschiedenen Stellen entsprechende Skulpturen zu sehen bekommt.

 

Etwas eigenwillig vielleicht, diese Skulptur von Araberpferden aber sie hat einen netten Platz direkt am Strand bekommen

Sirtaki am Strand ?

Der Strand von El Jadida

 

Die Hauptzufahrtsstraße in die Stadt

Da es auch hier für uns keine vernünftige Möglichkeit gibt, in der Nähe der Stadt zu stehen, fahren wir auch hier auf einen Camingplatz, der reichlich von Franzosen in ihrem Weissware-Wohnmobilen bevölkert ist. Wir suchen uns etwas abseits einen Platz unter hohen Bäumen und entdecken ein paar Pfaue, die hier frei herumlaufen und den Platz mit ihrer Anwesenheit zieren.

Der Platz ist soweit ganz nett und wir stehen neben einem ausgebauten LKW aus Deutschland. Vater und Sohn sind hier unterwegs in den Süden Marokkos, um zu surfen. Wir unterhalten uns ein wenig und verbringen so zwei Tage hier – vor allem allerdings deshalb, weil mittlerweile auch die letzte der Sternwanderer mit Magen-/Darmproblemen zu kämpfen hat und daher ein Tag Pause nötig wird.
Am zweiten Tag muß es mit dem Magen-/Darmkram aber auch schon wieder mal gut sein: abends gibt es nämlich frische, sehr leckere Riesenkrebse – da kann man nicht schwächeln 😉

Außerdem wirs es Zeit, weiterzureisen: wir durchfahren die Innenstadt El Jadidas und begeben und auf Südkurs

Hauptstraße El Jadida

Strandpromenade

 

 

Blick auf die portugiesische Altstadt

 

 

Altstadtmauer

Taxistand

Es ist Markttag in der Stadt und überall sieht man Läden und fliegende Händler

Wann gibt es die Temperaturen zu DIESEN Schuhen??

 

Markthändler-Wuselei

 

Der Zwiebelhändler

 

Hier gibt es noch Autowerkstätten, in denen noch geschraubt und nicht „diagnostiziert“ wird

Plötzlich ist die Stadt zu Ende…

 

Dass sich das Plakat auf den oft waghalsigen Fahrstil der Marokkaner bezieht, ist uns auch ohne Arabischkenntnisse klar

Marokkanische Frauen.
Auf dem Lande ausschließlich verhüllt, in den Städten sieht man gelegentlich auch einmal legerere Kleidung

Recht gepflegtes Straßencafé

Wir fahren wieder auf der Küstenstraße und lassen die Landschaft an uns vorbeiziehen

 

Weniger gepflegtes Straßencafé

Der Atlantik mit seiner oft enormen Brandung – leider nicht badegeeignet

 

An der Küstenstraße

 

Ausgesprochen hübsches Wohnhaus am Straßenrand

 

 

Achtung Kühe!
Der Esel kann´s wohl nicht lesen

Hier sehen wir oft die von uns so getauften „Bastelbäume“. Sehen doch aus, als wenn sich jemand ´nen Baum zusammengebastelt hätte oder nicht?

Es gibt an diesem Küstenabschnitt viele landwirtschaftlich genutzte Flächen. Direkt neben der Straße ernten Feldarbeiter gerade tonnenweise Möhren und Blumenkohl. Wir halten an, um etwas Gemüse zu kaufen und erhalten 2 Blumkohlköpfe und eine große Tüte mit Möhren. Auf die Bezahlung wollen die Verkäufer verzichten – sie möchten lieber zwei Dosen Bier für das Gemüse haben.
Auch gut – also rücken wir zwei Dosen aus unserem Vorrat heraus und ziehen von dannen. Einkaufen auf marokkanisch.

Straßendorf

Der Atlantik im Dunst

 

Öfter Wind von rechts, oder?

 

 

Ein einsamen Minarett ragt aus der Steinfeld-Landschaft

 

 

Steilküste im Dunst

 

 

 

 

 

 

Riesige Steinmosaike mit dem Marokkanischen Stern sind häufig in den Städten zu sehen

Hauptstraße: Einfahrt mit Eselkarren verboten

 

Kreisverkehr mit Springbrunnen

Wir verlassen die Küstenstraße und fahren auf der Hauptroute N1 witer Richtung Essauoira

 

 

Unterwegs geraten wir in einem Dorf noch in das letzte Marktgewirr des Tages. Menschen, Fahrzeuge, Hunde, Eselkarren, Handwagen. Alles schwirrt wild durcheinander. Dass da ein LKW durchwill ist Nebensache. Erstaunlicherweise fahren wir niemandem um.

 

Geschafft. Wir sind wieder auf freier Strecke.

 

Langsam geht die Sonne unter und wir sollten uns beeilen, Essauoira zu erreichen. Eine Fahrt bei Dunkelheit ist bei den vielen oft schlecht oder gar nicht beleuchteten Fahrzeugen/Eselkarren bzw. dunkel gekleideten Menschen, die auf der Fahrbahn laufen, wirklich nicht zu empfehlen

Die Landschaft wird deutlich bergiger. Wir durchfahren die Ausläufer des Atlas-Gebirges und die Straße schlängelt sich durch eine schöne Gegend mit intensiven Rottönen

 

 

 

 

Bereits in der Dunkelheit erreichen wir Essauoira – einen schöner alter Küstenort – und nehmen nach der recht anstrengenden Fahrt den erstbesten Stellplatz, der am Strand zu finden ist.

Am nächsten Morgen sehen wir uns Essauoira mit seinem schönen langen Sandstrand näher an

Vor dem Betreten ist freischaufeln angesagt

 

Kamele und Pferde werden für die Touristen über den Strand gescheucht

 

Die Straßenbeleuchtung und der Vollmond passen ganz gut zueinander

 

Essauoiras Strassen bei Nacht mit futuristischer Straßenbeleuchtung

Essauoira bei Tag mit Strandpromenade und Medina. Leider konnten wir diese nicht näher besichtigen, da wir nirgendwo parken können. Sehr schade, denn die Altstadt soll sehr schön sein. Aber so ist´s halt.
So fahren wir weiter in das rund 20 km weiter südlich gelegene Naturschutzgebiet.

 

 

 

 

 

Blick auf die Medina

 

 

 

 

Familienausflug am Strand von Essauoira

Weiterfahrt zum Naturschutzgebiet

 

 

 

 

 

Das Naturschutzgebiet ist eines der Hauptanbaugebiete des Aganbaumes, der das begehrte Arganöl liefert. Die Herstellung ist langwierig und aufwändig, weshalb das Öl entsprechend teuer ist.
Diese besonderen Bäume wachsen ausschließlich in Marokko am Fuße des Atlasgebirges – daher wurde diese Gegend zum Naturschutzgebiet erklärt. Wir fahren durch die schöne Landschaft und erreichen nach einiger Zeit wieder das Meer.

 

 

 

 

 

Ein einsames Kamel am Strand

 

 

Wir stellen uns auf einen mehr oder weniger wilden Stellplatz in Strandnähe und bleiben an diesem schönen Ort drei tolle Tage.

 

Fahrradtour zum Strand

 

Wunderschöner breiter Sandstrand.
Menschenleer (wie es im Hochsommer ist, wissen wir natürlich nicht)

 

Allerdings gibt es statt Menschen gelegentlich mal Kamele

 

 

Der kleine Punkt am Strand ist ein Reiter auf seinem galoppierenden Araber

 

Der Araber nach seinem Strandausflug
Isser nich schön???

 

 

 

Lottas Fahrradausflug-Korb
Besser als Laufen, oder?!

Und erst die Aussicht, die man hat!!

 

 

Morgens kommt der Bäcker auf seinem Esel und verkauft uns frisches Baguette. Kostenpunkt 0,80 € für drei Baguettes und zwei Rosinenschnecken.

 

 

Mit dem Fahhrad zum Brennholzsammeln

Die Kamele schauen uns zu

 

Unser Sonnenplatz mit einem der wilden Hunde, die regelmäßig mal verbeischauen.
Lotta findet´s zwar nicht ganz so lustig aber man gewöhnt sich…

Eine kleine Fahrradtour in die Umgebung

 

 

 

Sonnenuntergang in zwei Versionen

 

 

 

Ja ich weiß…

 

…ich und meine Sonnenuntergänge

 

 

 

 

Unser Besuchshund

Jeden Tag können wir wunderschöne Sonnenuntergänge beobachten. Einer schöner als der andere.

Die an diesem Tag folgende Vollmondnacht schlug allerdings alles: der Mond stand völlig klar fast senkrecht über uns und es hatte sich um den Mond ein sogenannter Halo gebildet. Herbei bricht sich das Mondlicht an sehr regelmäßigen Eiskristallen in der Atmosphöre und erscheint dann als weisser Ring um den Mond.
Es war sehr beeindruckend, vor allem, weil der Ring riesig was – ist aber leider sehr schwer auf Fotos wiederzugeben. Hier zwei Versuche:

 

Mond-Halo mit Sternwanderer-Führerhaus im Vordergrund (von unten nach oben fotografiert)

Es waren drei schöne Tage in wundervoller Umgebung aber morgen wird es weitergehen. Also:

FORTSETZUNG FOLGT

 

* * *

 

 

0 Comments

  1. hi ihr lieben, viele viele Bilder sehr schön. der tanzende mann gefällt mir auch gut, lach. Iris es sind wie immer tolle sonnen Untergänge wunder hübsch. sieht alles toll aus.
    bis bald. lg gabi

  2. Oh wie schön ein neuer Bericht, ja das mit dem Essen in fernen Ländern ist immer etwas besonderes, da kann ich auch mitreden.
    Iris ich mag Deine Sonnenuntergänge in jeglicher Form 🙂
    Bei mir ist der Frühling da, gestern hatten wir 16.C und Sonne, ich weiß, bei Euch ist es viel wärmer aber es wird hier langsam.
    So nun weiterhin eine gute Fahrt, bis bald Birgit

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