Marokko 2016

Marokko – 31.01.-02.02.2016

 

 

Nach den erholsamen vier Tagen, die wir im hübschen Hinterland von Agadir
verbracht haben, fahren wir nun wieder auf die Stadt zu, um in einem Supermarkt uns noch einmal mit Lebensmitteln ( und was man sonst noch so braucht) einzudecken. Die letzten Tage in dem schönen „Nomaden-Camp“ waren so ruhig, dass wir die große Stadt natürlich mal wieder als total nervig empfinden.
 Aber es gibt halt nur in den großen Städten die Möglichkeit, in den dortigen Supermärkten sich auch einmal mit  so „außergewöhnlichen“ Lebensmitteln wie Käse und Wurst und ähnlichem einzudecken. In den Dörfern auf dem Land gibt es halt nur die winzigen Läden, in denen eine kleine Auswahl von Dauerlebensmitteln (Brot, Mehl, haltbare Milch, Trockenerbsen etc.) zu bekommen ist oder die Gemüsehändler mit  einem Angebot von frischem Gemüse: Grüne Paprika, Tomaten, Zwiebeln, manchmal Zucchini oder Auberginen. An Obst findet man meist Mandarinen und Orangen. Gelegentlich auch mal Birnen oder Äpfel. Man muss also schon ein bisschen Phantasie haben, um aus diesen Zutaten was anderes als eine marokkanische Gemüse-Tajine zu kochen. Tajine ist ein marokkanisches Eintopfgericht aus Gemüse, Kartoffeln und – wenn vorhanden – Hähnchen- oder Rindfleisch. Alles in einem speziellen Tontopf ohne Sauce gegart. Manche Marokko-Reisende schwören drauf und ernähren sich nur noch davon. Wir essen es durchaus auch mal, finden aber auch nach wie vor unsere eigenen Pastagerichte auch nicht zu verachten.
Also kaufen wir in den großen Städten eben auch andere Lebensmittel ein und suchen gern immer wieder nach ESSBARER Wurst und ebensolchem Käse. Bei unserem letzten Einkauf waren wir von der furchtbaren Wurst mit dem irreführenden Namen „Mortadella“ einigermaßen überrascht worden: Diese leckere Masse ist nämlich zum großen Teil mit Soja und Farbstoffen vermischt, so dass das Ganze eine mehlige, für uns ungenießbare Konsistenz erhält. Lotta hat´s trotzdem geschmeckt…
Ähnliches gilt für hiesigen Käse egal welcher Art – alle für unseren Geschmack nur sehr bedingt essbar. Also müssen wir hier leider auch teure Importware zurückgreifen…
Als Tipp für Marokkoreisende empfehlen wir sich rechtzeitig mit streichfähiger Mettwurst, Leberwurst und Ähnlichem einzudecken. Ebenso kann man gut auf mitgebrachte Wiener Würstchen aus Dosen zurückgreifen. Zurzeit kaufen wir häufig frisches Rinderhack und es gibt Frikadellen  (Buletten) die kalt auch als Brotbelag dienen.
In dem Supermarkt in Agadir finden wir alles, was wir brauchen und davor noch ein paar Leute die offenbar auch viel eingekauft haben und sich nun mit den vorhandenen Transportmöglichkeiten abmühen:

 

Sekunde, das passt noch!!

 

Sag ich doch: passt! jetzt nur noch ein kleiner Schubs und dann geht´s los.

 

Noch ein Kandidat mit voller Beladung

Eselfuhrwerke und Motorad-Dreiräder werden auch gern genommen

Vorfahrt hat, wer einfach fährt. Mit vielen oder               nur einem PS

Wir wollen nach den Tagen in den Bergen noch mal an die Küste und fahren südlich von Agadir wieder auf den Atlantik zu . Hier ist die Gegend  ungewohnt flach aber das Meer strahlt in schönstem Blau. Allerdings ist der winzige Fischerort  nicht so richtig einladend und das einzig Spannende scheint die weite Dünenlandschaft zu sein, in der der Ort liegt. Zum Baden an dem langen Sandstrand ist es leider viel zu windig.

 

 

 

 

 

 

Och nöö, is´das doof hier. Kein Gras und kein Baum. nur der olle Sand, der einem in die Augen fliegt…

 

 

Lotta hat wohl Recht…Außerdem finden wir hier auch keine Möglichkeit, irgendwo schön in Strandnähe für die Nacht stehenzubleiben: die Polizei hat ein kleines Wachgebäude an der Bucht und achtet darauf, dass hier niemand übernachtet. Man will sicher sein, dass den Touristen nichts zustößt. Sei es, durch Belästigungen oder sonstige Unannehmlichkeiten. Daher werden übernachtungswillige Camper regelmäßig auf die Campingplätze geschickt.

 

Wir fahren daher weiter und wollen uns im nächsten Küstenort einen Campingplatz suchen. Finden wir zwar nicht so toll, dass man hier nicht frei stehen kann aber hier (noch) nicht zu ändern. Das wird im dünner besiedelten Süden sicher besser werden. Also fahren wir die Sandpisten ab, die in unsere Richtung gehen und mit einem kommen langsam dem nächsten Küstenort näher. Dieser soll an einem Naturschutzgebiet liegen und wir hoffen deshalb auf einen schönen Platz am Meer.

 

Die ersten Sandpisten als kleine Übung für den Sternwanderer und seine Besatzung

 

 

 

 

Alles nur eine Kopfsache!

 

 

 

 

 

Sidi Massay selbst entpuppt sich allerdings als eine Ansammlung ziemlich trostloser Bauten (wenn auch teils bunt bemalt) und der Stellplatz ist auch nicht besser. Franzosen und auch ein paar deutsche Wohnmobile stehen wir dicht an dicht und bevölkern den baumlosen Platz. Offensichtlich sind auch diverse Dauergäste darunter und wir fragen uns: wie kommt man darauf, hier länger als notwendig zu bleiben??

 

 

Da es schon später ist, werden wir heute nichts besseres mehr finden und deshalb bleiben wir für diese eine Nacht hier. Wenigstens gibt es in dem nahem Fischrestaurant eine anständige Fischplatte, die wir zu dritt vertilgen…

Wir konnten noch ein einigermassen freies Plätzchen auf dem vollgestellten Platz finden

 

Am nächsten Morgen entscheiden wir, dass wir jetzt erst mal die Nase voll haben von den Küstenorten und wir zur Abwechslung mal richtig in die Berge möchten. Der nahe Antiatlas mit seinen Höhenzügen lockt und so machen wir uns auf in Richtung Südost, um in den Bergen Tafraoute aufzusuchen. Der Ort soll in sehr schöner Umgebung liegen und ist daher ein Magnet für viele Marokko-Reisende.

 

 

Noch in Küstennähe hält sich der Charme der kleinen Orte oft in Grenzen…

Immerhin blühen die Bougainvillea üppig

 

So geht es über das noch flache Vorland noch ein kurzes Stück auf der N1 Richtung Tiznit und ca 20 km vor dem Ort südöstlich auf Nebenstraßen langsam in die Berge.

 

 

 

Der Berge des Antiatlas sind schon zu sehen

Bewässerungskanal für die Felder der Umgebung

Kurzer Waschstop. Die Frontscheibe hat´s nötig!

Lotta überlegt wohl, ob sie den Graben näher untersuchen soll

Da hat doch was geraschelt…

 

Guckt grad einer?

 

Rechts nich – links auch nich?

Na gut, sie hat´s einfach rascheln lassen und den Graben nicht näher untersucht. Wir fahren weiter an einem riesigen Stausee vorbei immer weiter Richtung Berge.

 

 

Inschrift mit Marokkanischem Stern auf der Staumauer

Über die Betonrutsche rauscht das Stauseewasser ins Tal. Nur jetzt leider grad´nicht.

 

 

 

Wenn man in einen anderen Regierungsbezirk fährt, wird das oft mit recht aufwändigen Toren über der Straße markiert. Hübsche Idee, wie wir finden

Der Weg führt durch eine kleine Ortschaft

Typisch Marokko: die Türen sind oft farbenfroh gestrichen

 

Reihenhaussiedlung für Maulwürfe??

 

Hier endet erst einmal der Asphalt

Gute Gelegenheit, ein paar „Staubfahnenfotos“ zu schießen

 

 

 

 

 

Hallo?!?! Anhalten!!

Der Asphalt beginnt irgendwo wieder so unvermittelt, wie er aufgehört hat und die Berge rücken langsam näher. Noch ist Straße recht kurvenlos…

 

 

Das Schild steht hier nicht umsonst. Die Straße wird kurviger, je höher wir in die Berge kommen

 

 

 

 

Am Wegesrand-Feierabendverkehr!

 

 

 

 

Töpferwaren in reichlicher Auswahl

 

 

 

 

 

 

 

Wir kommen gerade zur rechten Zeit in den Antiatlas: Die Mandelbäume lassen ihre schneeweißen Blüten erstrahlen

Hoch auf dem Pass steht ein nettes Hotel mit grandioser Aussicht

 

Unser Weg führt durch ein kleines Bergdorf mit den typischen kleinen Läden für Alles und Jedes

 

 

 

Bis Tafraoute sind es nun nur noch rund 40 Kilometer

 

 

 

Unterwegs machen wir noch eine Pause in der wir u.a. unseren Feuerholzvorrat auffüllen können:  In den jetzt ausgetrockneten Flußbetten liegt oft viel trockenes Holz

 

 

 

 

 

Fahrradfahrer? Hier?? Kein Mensch weit und breit – vielleicht ein Scherz

 

 

Die Menschen, denen wir hier begegnen, scheinen ausgesprochen freundlich zu sein. Im Norden und an der Küste, hatte man oft das Gefühl, dass Kinder wie Erwachsene gern etwas von uns geschenkt bekommen hätten, wenn sie uns winken. Hier haben wir den Eindruck, dass die Menschen uns wirklich aus Freundlichkeit winken.

Die Tracht der Frauen ändert sich hier deutlich: von den sonst oft farbenfrohen Tüchern sieht man hier nichts mehr. Die Frauen tragen schwarze Stoffe mit farbigen Säumen.

Die letzten Kilometer vor unserem Ziel: Zu den Mandelbäumen gesellen sich jetzt immer mehr Palmen. Sehr netter Anblick!

 

 

 

Da sind wir! Nach der schönen Fahrt durch die tollen Berge kommen wir das wirklich hübsch herausgeputzte Tafraoute.

 

 

Schickes Ortseingangsschild….

 

Langsam wird es dunkel und wir suchen uns am Anfang des Ortes einen schönes Platz auf einer riesigen freien Fläche. Dort hat man einen schönen Blick auf das Dorf und die wunderschönes roten Felsen der umgebenden Berge.
Wir genießen den Ausblick…

FORTSETZUNG FOLGT

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