Marokko 2016

Pistensuche nach Osten

Vor unserer Abfahrt am nächsten Tag machen wir noch einen kleinen Spaziergang und kommen dabei natürlich auch an den Zufluss des Wasserfalles – der zwar langsam schon wieder einzutrockenen beginnt, aber immer noch zu tief zum Durchwaten ist . Vor allem, wenn man nur vier kürzere Beine hat…

Och nöö! Muss ich hier durch?? Komm, lass uns zurückgehen

Na gut – Lotta hat ja recht: wir wollen uns heute sowieso auf den Weg machen und nach einer (auf unserer schlauen Karte eingezeichneten) Verbindungspiste suchen, die weiter nach Osten führen soll.

Ralph und Birgit wollen/können nicht mit –  zwischenzeitlich hat Ralph ein fieses Bakterium zugeschlagen und ihn mit Magenkrämpfen schachmatt gesetzt. Daher wollen sie lieber noch ein wenig hier bleiben und dann zurück nach Tan-Tan Plage fahren, um sich etwas zu erholen.

So schauen wir ein letztes Mal auf den schon etwas verebbenden Wasserfall und machen uns auf den Weg.

 

Tschüß Steppenwolf! Erst mal wenigstens – vielleicht sehen wir uns demnächst ja wieder.

 

Jedenfalls ist es auch beim Wegfahren für uns wieder sehr erstaunlich, wie schnell der Steppenwolf in scheinbar völlig ebener Wüstenlandschaft zu stehen scheint. Und dass, obwohl wir doch wissen, das sich direkt vor ihm ein riesiges Tal und natürlich der „verborgene“ Wasserfall befindet.
Dinge gibt´s…

Wir begeben uns wieder auf die Straße, auf der wir hierher gekommen sind (´ne andere hätte es ja auch sowieso nicht gegeben) und fahren nach Osten – und dann immer geradeaus.

Der Flach-Fluss, durch den wir gestern hier noch gerfahren sind, ist schon wieder verschwunden

 

Hinter uns brauen sich schon wieder Regenwolken zusammen – ein Grund mehr, in die andere Richtung zu fahren

Den Kamelen am Straßenrand ist´s vielleicht egal ob es regnet oder nicht

Wir freuen uns über das schöne Wetter, in das wir hineinfahren und erreichen nach einer Stunde Fahrt wieder den Abzweig an dem wir gestern aus Richtung Es Smara abgebogen sind. Heute fahren wir allerdings nach Norden – also links herum und los!

 

Nach kurzer Zeit erreichen wir wieder einen der Militär- / Polizeikontrollposten, die natürlich wieder unsere Daten aufnehmen. Bei der Frage, wohin wir wollen geben wir dieses Mal den Ort Zag an, weil wir auf unserer Karte eine Verbindungspiste von nach Ost gefunden haben. Na, mal sehen…

Wir verlassen die Region Es-Smara

 

Jedenfalls müssen wir dieser Straße, die uns nach Norden bringt, erst einmal noch ein ganzes Stück folgen

Nach langer Zeit mal wieder ein paar Berge in der Ferne

In Höhe der Berggkett biegen wir auf eine Piste ein, die uns nach Osten Richtung Zag bringen soll.

Wir folgen der Strecke eine Zeit und freuen uns  darüber, dass wir die richtige Piste gefunden haben.

Unsere Freude währt allerdings nicht allzu lange – wir landen in diesem sehr schönen aber auch sehr tiefsandigem Trockental

 

Hier verliert sich die Piste ziemlich schnell im weichen Sand und zwischen den Pflanzenbüscheln – mit einer LandRover-Spurbreite wäre das Ganze sich zu machen aber mit dem LKW gibt es hier ein paar Dinge, die uns im Moment nicht so behagen – wie zum Beispiel der ziemlich tiefe Absatz gleich zu Beginn der Sandstrecke an dem man sich hervorragend festfahren kann. Und außerdem kann man von unserer Position aus leider so gar nicht erkennen, ob die Piste hinter dem breiten Tal wirklich in irgendwo weiter führt – und das Tal ist uns zu breit, um es zu Fuß zu durchwandern…Irgendwie haben wir heute nicht so richtige Lust auf Sandbuddeln – und oberhalb von Abteh soll es noch eine Piste geben. Vielleicht ist die etwas besser für uns geeignet…

Nach längerem Überlegen fahren wir die Strecke zur Asphaltstraße wieder zurück, um nach einem anderen Weg Ausschau zu halten

Wieder auf Asphalt

Kurz vor dem winzigen Ort Abteh sehen wir auf der linken Seite zwar nicht die gesuchte Piste aber ein interessant aussehenden Tor auf einem Hügel. Wir fahren hin, um uns das näher anzuschauen…..

Wir finden hinter der torähnlichen Einfahrt noch einen längeren Zuweg und dann ziemlich viele Lehmhütten, die wie Wüsten-Iglos weit in der Landschaft versteut stehen.

 

 

Lotta geht schon mal vor, um die Hütten zu inspizieren

Lehmiglus

 

Was mag da wohl drin sein?

 

Im Inneren findet man eine aus Lehm gefertigte Sitzmöglichkeit und eine im Winkel verlaufende Bank, auf der 2 Personen schlafen könnten. Irgendjemand hat hier vor kurzem noch ein Feuer gemacht.

 

Weiter Blick in die weite Landschaft

Wir rätseln noch ein bisschen herum, um was es sich bei der Anhäufung von Gebäuden denn so handeln könnte und da wir auf dem Weg zurück zur Straße wieder durch eine Stelle müssen, die für uns nach Unterständen für einen Wachposten aussehen, denken wir, dass es sich um ein Militärlager handeln könnte.

 

Später finden wir heraus, dass es tatsächlich eine Kaserne ist, von der marokkanischen Armee genutzt wurde. Ergibt ja auch Sinn – schließlich sind wir hier immer noch in der Westsahara, so das hier genug Anlass für den Betrieb einer Kaserne gibt. Zwischenzeitlich werden die Soldaten allerdings wohl in etwas modernere Unterkünfte umgezogen sein.

Für uns geht es weiter nach Norden

 

Wir erreichen Abteh – den einzigen Ort zwischen Es Smara und Tan-Tan (also auf einer Strecke von immerhin ungefähr 250 Kilometern). Es ist ein Mini-Dorf mit ca. 10 Häusern, einer Moschee und einer Polizeistation. Und: einem EINKAUFENLADEN  – wie unser Navi steif und fest behauptet. Dass das Navi hier überhaupt noch so genau sein soll, wundert uns. Auf den ersten Blick können wir an der verlassen daliegenden Straße beim besten Willen nichts dergleichen erkennen. Wir fahren langsam weiter und dann taucht er wirkllich auf: der angekündigte Einkaufenladen (wer immer diese Wortschöpfung ins Navi programmiert hat – er hat unseren Wortschatz jedenfalls bereichert…)

Abteh in seiner gesamten Ausdehnung

 

 

Die beiden kleinen Mädchen haben ihren Einkauf schon beendet

 

Die beiden bleiben die einzigen Menschen auf der sonst leeren Dorfstraße

Da wir kein Brot mehr haben und heute mit Sicherheit nirgendwo sonst mehr eines kaufen können, macht sich Maik auf zur Einkaufstour. Gut – die Tour fällt mangels Angebot recht kurz aus – aber immerhin hatte der Mann im Laden wirklich noch Brot für uns und das ist ja erst mal die Hauptsache.
Über den Ablauf der Konversation mit der Maik mit Englisch und Deutsch gegen Arabisch und Marokkanisch antrat ist nichts genaueres bekannt.

Kurz hinter dem Ort warten wir wieder ein Weilchen an der obligatorischen Militär-/Polizeistation.

Zeit genug, um ein Beweisfoto zu machen: das Navi kennt hier (fast) im Nirgendwo wirklich noch unseren Brotverkäufer. Faszinierend.

Wir durchfahren wieder ein Bezirkstor – das diesmal besonders hübsch ist:  es wird von zwei verschiedenen Gazellen geziert – wie schön wäre es, wenn diese hübschen Tiere hier wiklich noch die Weiten durchstreifen würden

Wir folgen der R101 weiter nach Norden – irgendwann wird sie uns unweigerlich wieder nach Tan-Tan bringen, es sei denn, wir finden vorher noch die von uns gesuchte Piste nach Osten

 

 

 

 

 

Sternwanderers Schatten sieht ein bisschen nach 60er-Jahre-Bulli aus

 

Aber so sehr wir uns auch bemühen, an der Strecke eine Piste zu finden, die uns nach Zag bringt – wir finden nichts Brauchbares. Unsere Karte und unser Navi helfen uns auch nicht wirklich weiter. So werden wir wohl doch bis
Tan-Tan fahren müssen.

Ob unsere Streckenabweichung von dem beim Kontrollpunkt angegebenen Ziel wohl irgendwem auffällt? Wahrscheinlich nicht.

 

 

Hier muss es in den letzten Tagen wohl auch ein wenig geregnet haben…

Da wir keine Lust haben, nach Tan-Tan hineinzufahren, bleiben wir für die Nacht einige Kilometer vor der Stadt am Rand der Hochebene stehen.Von hier aus können wir schon in das Tal sehen, in dem die Stadt liegt. Ein weites Tal liegt tief unter uns:

Blick nach links

 

…und Blick nach rechts

Hinter uns geht langsam die Sonne unter und malt tolle Farben an den Himmel

…während über dem Tal  sich der Vollmond aus den Wolken schiebt – es ist ein wunderschöner Anblick:

 

Ein paar Sonnenuntergangsfotos müssen natürlich wieder sein – hoffentlich quält es niemanden zu sehr… 😉

 

 

 

Die tiefen Auswaschungen am Fuß unserer Hochenbene sieht man jetzt besonders gut

Silbermond

 

Heute hat die Sonne wohl keine Lust, selbst den Weg um die Erde zu machen und steigt lieber mit beim Sternwanderer ein. Wir nehmen sie gerne mit…

* * *

FORTSETZUNG FOLGT

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