Marokko 2016

Auf nach Südosten – Tata und Sternenhimmel in der Wüste

 

In Tafraoute zu unserem Abschied extra eine Flaggenparade!! – Naja, nicht ganz. Es wird an diesem Wochenende das Mandelblütenfest in der Stadt gefeiert und dafür hat sie sich ´rausgeputzt.

 

Wir fahren trotz des Festes (oder gerade des Festes wegen?)nach einem Tag relaxen und Wasser holen an den Blauen Steinen heute ab: unser Ziel ist die Wüste im Süd-Ost-Zipfel Marokkos. Die Sandwüste des Erg Chegaga an der Grenze zu Algerien lockt uns mit seinen verführerischen Sanddünen.
An der Quelle bei den Blauen Steinen treffen wir auf Gunter und seine Frau mit dem Mercedes Rundhauber. Hier werden noch Pisten- und Reiseinfos ausgetauscht, bevor wir uns auf den Weg machen.

 

Kümmert ihr euch um den Weg, ich muss ja nur fahren!

 

Bis wir die Sandwüste erreichen werden, liegen noch einige hundert Kilometer vor uns: heute geht es erst einmal nach Tata, dem Ausgangspunkt für die Pistenfahrt in die Sandwüste.
Um nach Tata in den Süden zu gelangen, fahren wir erst einmal rund 90 Kilometer nach Norden und erst dann in einem Bogen wieder nach Süden, um dann nach über 100 Kilometern in Tata anzukommen. Es gibt zwar auch eine Querverbindung über eine Piste durch die Berge aber wir wollen diesmal die asphaltierte Strecke nehmen.
Die Straße führt von Tafraoute aus nach Norden hoch in die Berge

 

 

 

Der Blick zurück

Die Straße steigt wieder auf fast 2000 Meter an und so wird die Vegetation hier oben wieder immer weniger.
Karge aber faszinierende Landschaft begleitet uns.

 

 

 

 

 

 

Ralph und Birgit folgen erst in einigem Abstand: sie hatten eine der täglich mehrfachen „Diskussionen“ mit marokkanischen Autofahrern (zumindestens in belebteren Gegenden). Es geht immer um das Gleiche: wer fährt auf einer einspurigen Strecke zuerst nach rechts, wenn man sich entgegenkommt?? Marokkanische PKWs bleiben natürlich erst mal in der Straßenmitte und teilen einem per Lichthupe mit, dass man sich auf ihrer Fahrbahn befindet…Diese Spielchen werden zu gern gespielt, in der Annahme, der (ausländische) LKW da vorn wird wohl schon rechts ´ran fahren wird und den PKW durch läßt. 
Wenn  man da als LKW nicht ständig rechts anhalten will, muß man sich dickere Nerven zulegen und es drauf ankommen lassen: kurz vor der Begegnung stellt der marokkanische PKW-Fahrer dann meist fest, dass die Straße durchaus auch für zwei reicht, wenn beide halb in den Schotter rechts der Fahrbahn ausweichen…
Dieses Mal sind Ralph und Birgit allerdings offensichtlich auf ein besonderes Exemplar getroffen, das partout nicht nachgeben wollte: so standen sich die beiden einige Zeit mitten auf der Fahrbahn gegenüber und warteten. Ralph stellte den Motor ab, Birgit goß schon mal Kaffee ein…. irgendwann hat der PKW-Fahrer dann wohl eingesehen, dass es wenig Sinn macht DURCH einen LKW fahren zu wollen und so begab er sich zeternd halb in den Schotter… 
Wieso man das immer wieder erst „ausdiskutieren“ muss, wird sich uns wohl nicht mehr erschließen.
Glücklicherweise gibt es bald kaum noch Gegenverkehr auf dieser Strecke und wir können uns die Straße und die Landschaft konzentrieren.

 

 

 

Hier oben blühen jetzt erst die Mandelbäume – in Tafraoute ist die Blüte schon sein mindestens 2 Wochen vorbei

 

 

 

 

Igherm – auf dieser Strecke der  Wendepunkt nach Süden. Ein kleiner Ort mit nur ca. 5000 Einwohnern, der von Berbern bewohnt wird. Durch seine verkehrsgünstige Lage bleibt wohl immer ein wenig Geld im Ort – jedenfalls sehen einige öffentliche Gebäude recht schick aus.

 

Links herum geht´s nach Agadir (von hier aus schon ausgeschildert!!), Rechts nach Tata

Zentrum Igherm

 

 

Ab jetzt geht es wieder nach Süden – nur halt auf der anderen Seite der Berge

 

 

 

 

 

 

Ob der wohl wirklich noch benutzt wird?
 Sieht jedenfalls etwas angestrengt aus
Berge wie eine Krötenechse (die Tiere mit den Hörnern überall)

 

 

 

Dies hier müsste wohl der Ausgang der Pisten-Verbindung nach Tafraoute quer durch die Berge sein. Nächstes Mal werden wir die wohl mal nehmen.

 

 

Die Straße führt langsam aber sicher wieder ins Tal und die Temperaturen klettern merklich nach oben obwohl es schon später Nachmittag ist

 

 

Lehmhäuser in den Bergen

 

Tata 20 km

 

Nur noch 20 Kilometer bis Tata. Wird auch langsam dunkel – insofern ist es gut, dass wir bald da sind

 

Einfahrt nach Tata

 

 

Mit Einbruch der Dunkelheit biegen wir nach rechts auf einen ganz netten Campingplatz ab – Stellplatzsuche im Freien macht jetzt keinen Sinn mehr. Der Platz liegt schön zwischen Palmen und man kann abends bei sommerlich warmen Temperaturen und KAUM Wind (!) draussen sitzen. Sehr nett!
Der Platz am nächsten Morgen – die grünen Felder in der direkten Nachbarschaft leuchten in der sonst so trockenen Umgebung
 

 

 

Alles ist wirklich nett angelegt

 

Hübscher Innenhof der Anlage

 

Abfahrt

Ab Tata gibt es die Möglichkeit, schon gleich auf die Piste zu fahren, die unweit der algerischen Grenze über rund 200 Kilometer staubige Strecke nach M´hamid und in den Erg Chegega in den äußersten Osten Marokkos führt. Gunter, den wir bei den Blauen Steinen getroffen haben, erzählte uns jedoch, dass er für die erste Strecke unterwegs von einem Militärposten nach einer Erlaubnis gefragt wurde, die man in Tata erhalten soll. Wir überlegen, ob wir uns durchfragen, um die zuständige Stelle zu finden und uns die Erlaubnis zu besorgen, oder ob wir uns die Behördengänge sparen und noch rund 50 Kilometer weiter Richtung Osten auf der N12 nach Tissint fahren. Wir könnten dann erst ab Tissint die Piste nehmen, in der Hoffnung, dass uns ab dort niemand mehr nach einer Erlaubnis für die Befahrung fragt.
Wir entscheiden uns gegen die Erlaubnis – zumal Behördengänge überall auf der Welt und besonders in Marokko ja so ihre Zeit brauen können.
Also fahren wir durch Tata hindurch, besorgen uns noch einen Brotvorrat (in den nächsten Tagen werden wir wahrscheinlich nicht mehr so einfach Brot kaufen können) und machen uns auf den Weg nach Osten.

Auf dem Weg in die Stadt

Stadttor Tata

 

 

Brotkauf in der Hauptstraße

 

Die Arkadengänge von Tata

 

 

Unvermittelt endet die Stadt und die Landschaft ist bald wieder wüstenhaft karg

 

 

 

 

 

Karg aber faszinierend

Eigentlich mehr zufällig entdecken wir links von uns ein tiefes und ziemlich breites Tal – wieder mal ein Fall von verborgenen Lanschaften: dieses Mal versteckt sich ein Flußbett, an der das Tal nach Norden abknickt. Dort gibt es ein an die Felskante gebautes Dorf

 

 

Ein breites Flußtal öffnet sich

 

 

Am Grund des Tales eine Oase- über eine Brücke erreichbar

 

 

Das Dorf hoch über dem Talgrund direkt an der Abbruchkante gebaut

Das müssen wir uns näher ansehen und nehmen die Schotterstraße, die ins Tal hinab führt

 

 

Über den aufgestauten Fluß

 

Kaffepause im trockenen Teil des Flußbettes

 

Auf der anderen Seite des Flusses geht die Schotterstraße weiter und wir wollen sehen, wohin sie uns führt.

 

Erdhörnchen schauen neugierig nach uns

 

 

Behausungen in den Fels gebaut

 

 

 

Wir fahren noch ein wenig am Flußbett entlang, bis wir ein kleines Dorf erreichen.

 

Das Dorf liegt in einer Oase und zwischen Lehmhütten und Palmen wird es für uns langsam etwas eng. Wenig später führt der Weg in den Palmenhain und ist ab da deutlich schmal für uns, so dass wir unter dem großen Hallo der Dorfkinder umdrehen und den Rückweg antreten.

Das Grün in der Palmenoase leuchtet oft fast ünnatürlich intensiv

Auf diesem Weg kommen wir also leider nicht weiter. wir fahren zur Asphaltstraße zurück, um weiter nach Tissint zu kommen. Dort soll es einen kleinen Wasserfall geben und vielleicht finden wir dort ja einen Platz zum Stehenbleiben.

Zurück zu N12

Bald schon ist Tissint erreicht und wir suchen in dem sonst ziemlich unauffälligen Ort nach den Kaskaden – in einer kleinen Seitenstraße werden wir fündig. Leider hat es schon länger nicht geregnet, was man den Kaskaden deutlich anmerkt: nur ein kleines Rinnsal plätschert vor sich hin und der Parkplatz lädt uns auch nicht zum Verweilen ein. So begnügen wir uns mit ein paart Fotos und fahren dann weiter

 

 

 

Marokkanische Beladung

Die Idee war eigentlich, bei einem in der Karte verzeichneten Restaurant etwas zu essen und dort nach einem Stellplatz für die Nacht zu fragen. Nachdem wir den Ort allerdings vollständig durchquert haben ist klar: hier gibt es kein Restaurant (mehr) mit Parkmöglichkeit vor der Tür.
So beenden wir unseren Besuch in Tissint, verlassen den Ort ostwärts uns suchen uns irgendwo neben der Straße eine Pisteneinfahrt, die Richtung Berge führt. Dort finden wir nach kurzer Zeit einen freien Platz in weiter Landschaft. Viel besser als in jedem Dorf!!

Pisteneinfahrt mit Hindernissen: die dornen hinterlassen irgendwann dann doch mal Kratzer an den Fahrzeugen – so ist das halt, wenn man nicht auf Asphalt bleiben will. Macht nichts.

 

 

 

Suchbild mit Maik und Lotta

 

Sogar hier: Blüten in der Wüste

 

 

Nachdem die Sonne hinter den Bergen untergegangen ist, nutzen wir, dass der Wind hier nicht so kräftig weht und machen uns ein schönes Lagerfeuer an dem wir bis spät abends sitzen und den unglaublich vollen Sternenhimmel bewundern

 

So ganz ohne Wind geht es hier halt wohl irgendwie nicht…

* * *

FORTSETZUNG FOLGT

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