Rund um die Ostsee 2015

Bodø und „Hamsuns Reich“

 

In Bodø,   und damit für uns –  folgt das absolute Kontrastprogramm: die „Großstadt“ Bodø mit ihren 49.000 Einwohnern kommt uns wie eine Metropole vor. Vor allem,
weil die Stadt auf so einer großen Fläche verteilt ist: knapp 1.400 km² – also gut halb so groß wie das Saarland!! Jede Familie hat hier ihr Eigenheim und so liegt Haus an Haus in den Hügeln und die Stadt zieht sich schier endlos durch die Landschaft. 
Eigentlich umgehen wir solche Orte aber wir wollen einige Dinge erledigen – z.B. Wäsche waschen. Bei den bisherigen Außentemperaturen kam unsere eigene Waschmaschine noch nicht so richtig zum Einsatz (1 Mal immerhin!). Die Wäsche muss ja nach dem Waschen auch irgendwann trocknen. Bisher schwierig. Oder wir hatten bei schönem Wetter was Besseres vor. Also haben wir für eine Nacht ausnahmsweise auf einem Campingplatz Halt gemacht. Hier konnten wir waschen und den Wäschetrockner nutzen. Glücklicherweise ist der Platz relativ leer, so dass man sich nicht mit anderen Leuten auf den Füßen steht. Nach vollbrachter Arbeit schauen wir uns in der Stadt um – auch, weil wir noch einmal einen weiteren Versuch des Geldtauschens wagen wollen…

Bodø wurde im 2. Weltkrieg ziemlich stark zerstört, daher sind die meisten der vorhandenen Gebäude im nüchternen Stil der 50er Jahre wieder aufgebaut und viele Strassen sind einfach wie auf einem Schachbrett im 90°Winkel zueinander angelegt. Das Ganze wirkt deshalb teils etwas lieblos.
Hier ein paar Eindrücke:

 

Der Hafen

 

 

Innenstadt
König Hakoon der ?
Nette, ältere Holzhäuser
Das Rathaus
Dom
Die Post (wie gesagt – DER Ort zum Bargeldtausch)
Das Stadtmuseum
Dom
Fußgängerzone
Downtown…
Häuserwand als Kunstobjekt
Da wir nicht sooo viel Spannendes entdecken konnten, haben wir uns auf unseren Geldtausch konzentriert und diesmal haben wir Glück gehabt. Hier in Bodø haben wir eine der wenigen Stellen im Land gefunden, bei der man noch Bares tauschen kann: Bei der guten alten POST. Muss man auch drauf kommen. Die Banken vermitteln in Norwegen lediglich noch Geldgeschäfte und Kredite. Mit Bargeld geben sie sich nicht mehr ab. Na gut.

Also endlich wieder ´raus aus der Stadt und der Europastraße 6 nach Norden folgen. 

 

Landleben am Rande der Stadt

Die E 6 ist die Hauptstraße zwischen Nord und Süd und auf großen Abschnitten die EINZIGE Verbindung, die es gibt. Zumal die Norwegische Eisenbahn in Bodø ihren nördlichsten Punkt hat. Ab hier gibt es nur noch Schiffe oder Flugzeuge. Oder eben die E6. Nur selten sind ein paar Orte über eine Nebenstrecke zu erreichen. Meist endet diese dann aber im Nirgendwo.

Die Landschaft ändert sich zusehends: sie ist nicht mehr so spektakulär, dafür angenehm ruhig und frühlingshaft.

Hinter Fauske drängt es uns, eine der wenigen Gelegenheiten zu nutzen, die ohnehin nicht sehr befahrene E6 zu umgehen: Wir biegen auf die Fv 537 ab, um zu sehen, ob man auf ihr mit Hilfe einer Fähre weiter nach Norden kommt. Wir finden eine enge Straße, eine schöne Landschaft, einen merkwürdigen Steinbruch, wenig Menschen und am Ende des Weges des etwas weltvergessenen Ort Rosvik (erinnert irgendwie an Roswell…auch etwas unheimlich). 

Hier liegt schon merkwürdiges, weisses Granulat am Fahrbahnrand:
Hagelkörner? Kalkdünger? Kies?

Jedenfalls ist das hier der Grund für den „Schnee“ überall in der Gegend: 

Sieht aus, wie feiner Marmorzierkies – wir konnten nicht herausfinden, was genau es ist

 

Aber es gibt VIEL davon!
Der riesige Bagger verschwindet in dem Haufen

Sieht aus wie Mauselöcher – passen aber ausgewachsene Lkw samt Ladung rein!

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                            

Da ist´s hier doch etwas netter:


Ortseingang Roswell – ääh, Rosvik
Bushaltestelle in Rosvik

Ganz nette Häuser und doch herrscht hier eine

etwas merkwürdige Atmosphäre. Aber wir mögen uns täuschen.

Zur anderen Seite des Fjordes wurde vor Jahrzehnten eine Fähre eingerichtet. Weil die wohl kaum jemand nutzte, hat man sie allerdings irgendwann wieder eingestellt. Also muss man die Strecke wieder zurück bis zu E6 fahren. 
Aber erst morgen.

Am nächsten Tag:
zurück über die Verbindungsstrasse (ja – es gibt sie!) Fv613 auf die E6.

Wir kommen wieder ins Inland und fahren durch „Hamsuns Reich“. Klingt wie die Ländereien eines alten Wikingerkönigs. Ist aber „nur“ das Gebiet, in dem einer der norwegischen Nationalschriftsteller  – Knut Hamsun – aufgewachsen ist… Hier gibt es wieder Berge und – durch das hier ziemlich regnerische Wetter verstärkt – mystische Ausblicke.

Hochmoor im Nebel

Ach ja: EUROPAstrasse:

Die Straße führt langsam wieder zum Meer und auf dem Weg dahin beim Ort Steigen kommen wir an eine Stelle, an der man 6000 Jahre alte Wandmalereien bestaunen kann. Bei dem leichten Nieselregen, der bald einsetzt, entscheiden wir uns, die Wanderung bis zu der Bilderfelswand ausfallen zu lassen und schauen uns lieber die eigentümliche Landschaft an, die die letzte Eiszeit hier hinterlassen hat:  

 

Bunte Steine…

Bunte Flechten und Moose

Ein Parkplatz für die Nacht ist auch da. Inklusive bemerkenswerter Nachbarschaft:

Die Besitzer waren allerdings leider nicht zu sehen.

Am nächsten Tag geht es nun endgültig bis zur Küste nach Bognes. Von hier muss man mit einer 15-Minuten Fähre der E6 folgen…oder mit einer 2-Stunden Fähre zu den Lofoten übersetzen. Wir liegen gut in der Zeit und entscheiden wir uns spontan dafür, den hier vorgelagerten Lofoten einen Besuch abzustatten. 


Also von den Lofoten demnächst mehr…

* * *

0 Comments

  1. huhu…………..na so ein stadbummel ist ja auch was nettes, lach. glaube ich das das nicht so spannend war.
    hoffe auch eure überfahrt hat geklappt. das bild mit dem nebel im grauen war ja nicht schlecht. trotzdem hübsche fotos. morgen besuche ich euch wieder, nur leider seit ihr nicht da. alles lieb für euch. glg gabi

  2. Ich habe mir gerade die Google Karte angeschaut. Vielleicht seid Ihr gerande auf der Faehre nach Lofoten – hoffe, Ihr habt eine gute Ueberfahrt. Machts gut – in ich bin in Gedanken bei Euch und wuensche Euch eine gute Weiterfahrt. Tina

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Translate »