Marokko 2016

Erg Chegaga bis M´hamid

Die Nacht im Dünenmeer des Erg Chegaga war still und am Nachthimmel herrschte wieder dichtes Sternengedränge. Am Morgen präsentiert sich uns der Wüstenhimmel wieder in seinem glasklaren Blau.


Wir wollen noch ein wenig unsere sandig-schöne Umgebung erkunden, bevor wir weiter nach M´hamid fahren. Zeit, ein wenig durch die Dünen zu streifen

Aus der Nähe betrachtet, findet man auch in der Wüste immer wieder interessante Details

Leider blieb dieser Falter nicht einen Augenblick ruhig, so daß er nicht sofort zu erkennen ist, aber vielleicht war ja genau das sein Ziel

Am Rande des Dünenmeeres wachsen noch erstaunlich viele Pflanzen

 

Kleiner Hund in großem Sandkasten

Wenn man auf einer Düne steht, hat man die unendliche Weite der Sandwüste vor sich – ein unvergesslicher Anblick für uns!

In nicht allzu weiter Entfernung beginnt das algerische Staatsgebiet

 

Lotta sucht nach dem Morgenspaziergang den Weg zurück zum Sternwanderer

 

Und sucht …..

 

Der nie schlafende Wind fegt mal wieder den Sand von den Dünenkämmen

Bloß nicht in die falsche Richtung gehen!

…da isser ja ☺ und was macht Maik da?

 

Sand abfüllen für Gabi, die Zuhause auf unser Haus aufpasst.

 

Hepp!

So, fertig nun können wir los, aber wo ist Iris.

Ah da, holt auch Sand,oder? Nee, hat keine Flasche dabei…

Iris klopft den Teppich aus, aber dafür auf den Sandberg??
Und dann rutscht sie die Düne mit dem Teppich unter dem Bauch wieder runter?!

 

Ich lach mich schlapp!

Na, klappt nich‘ wa?

 

Beim nächsten Mal nehmen wir was „rutschfähiges“ mit!

Nee, irgendwie noch nicht so richtig

 

So, jetzt haben wir erst einmal genug im Sand gespielt – langsam müssen wir los, wenn wir heute noch nach M´hamid kommen wollen. Schließlich haben wir dafür noch 60 Kilometer Sandpiste vor uns. Also los!

Die weichen Sandpisten warten

 

Kaum sind wir losgefahren, treffen wir auf den ersten Anhalter. Keine Ahnung wie der da hin gekommen ist, er war plötzlich einfach da. Aber wir fahren für ihn in die falsche Richtung und so fährt er nicht mit, bekommt aber eine Flasche Wasser.

 

Woher stammen eigentllich die vielen Spuren?

 

 

Zuweilen erübrigt sich die Nutzung des Navi.

Ziemlich unvermittelt ändert sich die Sandstrecke immer mal wieder Abschnitte, die größtenteils von Geröll bedeckt sind…

Strasse deutlich!

 

Strasse weg!

….um sich dann wieder in Sandstrecken zu verwandeln. Langweilig ist´s jedenfalls nicht und mittlerweile haben wir Gefallen an der Fahrt durch den weichen Sand gefunden – macht richtig Laune!!

Wähle weise!

Wie gut…

…das wir…

…eine brauchbare Digitalkarte haben!

Weite Welt! Wird uns bei solchen Ausblicken immer wieder vor Augen gehalten.

Hier geht’s doch wirklich mal ziemlich steil bergan, um gleich danach wieder die Fein-Sandpiste vor uns auszubreiten

Die Schatten werden länger, aber es sind ja nur noch 13 km bis M’hamid…..

 

So, die Sonne ist weg. Freuen wir uns auf  die Fahrt mit Scheinwerfern…

 

Und immer noch 5 Km bis M’hamid….

Es wird natürlich ziemlich schnell dunkel und ab jetzt ist die Piste nur noch schwer zu finden…

…und außerden haben Kamele gelegentlich die geniale Idee, sich mitten auf der Piste schlafen zu legen… Super Sache.

Ab hier führt die Fahrt in völliger Dunkelheit recht nah am Nordufer des Wadi Draa entlang (wieder eine Gelegenheit, dei der uns der Draa auf unserer Reise begleitet). Die mit Bäumen und Büschen durchsetzte Sandebene wird – wenn es denn mal Hochwasser gibt, hier vom Wasser überspült. Dadurch bilden sich viele „Scheinpisten“, die jetzt nicht mehr von der richtigen Strecke zu unterscheiden sind. Auf unserer Fahrt durch die Dunkelheit starren wir gebannt nach vorne und obwohl wir alle 8 Scheinwerfer eingeschaltet haben, können wir nur mit Mühe einen Weg erkennen. Wir sehen am Horizont die mit wenigen Lichtern erleuchtete Stadt und trotzdem dauert es Ewigkeiten, bis wir ihr wirklich näher kommen. Ohne das Navi die digitale Karte wären wir jetzt völlig aufgeschmissen. Wir kommen nur im Schritttempo voran. Wieder ein Beispiel für den Rat, nicht in der Dunkelheit in Marokko zu fahren…
Irgendwann kommen wir erstaunlicherweise dann doch noch am Rande von
M´hamid und bei dem dort gelegenen Campingplatz an. Bei dem netten Betreiber des Platzes bekommen wir sogar noch eine Kleinigkeit zu essen!
Der Blick aus dem Fenster am nächsten Morgen…

 

… zeigt, dass wir auch in der Nacht einen schönen Platz finden konnten.

Nur die laute Musik und die aufheulenden Motoren können wir uns zunächst nicht erklären.

Aus dem anderen Fenster sehen wir dann den Grund für den morgendlichen Krach. Wir stehen unmittelbarer neben dem Startplatz einer Wüstenrally. Ist zwar laut und weckt uns schon recht früh, aber aus der Dachluke haben wir den Exclusivplatz zum Zuschauen!

Und während die Einen losrasen, lassen es die Anderen gewohnt gemütlich angehen!

Hier sind  Esel und Kamel noch immer die tranditionellen und sicher die sinnvollsten Transportmittel

Unser Stellplatz auf einer kleinen Anhöhe am Rande des Ortes

Blick M´hamid – die alte Karawanenstation. Von hier aus waren es noch 50 Tage bis Timbukte – per Kamel. Heute wäre nach rund 20 Kilometern Schluß mit der Reise – Ende an der algerischen Grenze…

Tja, hier gefällt es uns, wir bleiben 4Tage, waschen Wäsche, befreien den Wohnraum vom Wüstensand und -staub (der in allen Ritzen sitzt) und relaxen.

Am dritten Tag werden wir von Abdul – einem der beiden Campingplatzbesitzer – eingeladen, bei seiner Familie zu Mittag zu essen. Es sind Berber und Abduls Mutter ist die Tochter eines Karawanenführers. Sie lebte bis zu ihrer Heirat ausschließlich in der Wüste.
Wir essen zu sechst (ein französisches Ehepaar ist auch noch dabei), es gibt Couscous und alle essen vom gleichen großen Teller. Als Besteck dient jedem nur ein Löffel – nur Abduls Mutter benötigt keinen: sie isst traditionell nur mit der rechten Hand, indem sie sich kleine Kugeln aus der Hirse rollt und diese dann in der würzigen Soße tränkt. Und obwohl sie nur arabisch spricht, entsteht mit Abduls Übersetzungshilfe eine angeregte und sehr amüsante Unterhaltung.

 

Vom Rückweg noch ein paar Eindrücke aus dem alten Teil der Stadt.
Der Kleine Prinz ist auch hier angekommen…

Etwa einen Kilometer vor der Stadt liegt unser Campingplatz, noch gut zu Fuß zu erreichen und doch weit genug entfernt, um von dem Treiben in der Stadt nichts mitbekommen zu müssen.

Der Stellplatz „La Boussole“ – „Der Kompass“

 

 

Auch diese Anlage aus Lehm gehört der Familie Abduls und Kalifs (sein Bruder – Anm.d.Red.), die Erhaltung und die Unterhaltskosten übersteigen jedoch die Möglichkeiten der Familie. So leben sie jetzt billiger in der Stadt und die schönen Bauten verfallen. Damit teilen sie das Schicksal viele alter Lehmbauten in Marokko.

Wenigstens Lotta freut sich über die versandete Mauer. So kommt man problemlos hoch und wieder ´runter ohne springen zu müssen. Praktisch so ´ne Sandrampe…

Schöne alte Lehmarchitektur im Wüstensand

 

 

Der Stellplatz für den Sternwanderer – sieht unspektakulär aus, aber der ruhige Ort hier mit seiner Wüstenatmosphäre gefällt uns sehr. Wer hier auf seiner Wüstentour vorbeikommt, sollte eine Rast bei den freundlichen Besitzern Abdul und Kalif einlegen. Wir finden, es lohnt sich!
Der musste noch sein 🙂
* * *
FORTSETZUNG FOLGT

 

2 Comments

  1. hi ihr lieben da hab ich doch noch nicht alles gesehen. ups hab ich wohl geschlafen. wieder tolle bilder und das mit dem sand war eine schöne idee. das dünen rutschen sah ja cool aus. lg gabi

  2. Hallo, wie geht's! Ich hoffe, Eure Reise verlaeuft weiterhin so gut wie bisher und das Ihr wohlauf seid! Geht die Fahrt wieder Richtung Norden? Die Weite und Einsamkeit der Gegend wird Euch bestimmt bald fehlen und die Stille und der Sternenhimmel ist sicher unschaetzbar schoen.
    Bis bald, Tina

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